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Remembering Our Past to Safeguard Our Future: Choosing Democracy Amidst The Current Turmoil

Am 27. Mai 2025 begrüßte das AmerikaHaus NRW Terry Mandel, Gründerin des Unerasure Projekts, zu einer interaktiven Dialogveranstaltung in Köln. Im Zentrum stand die Frage, wie Erinnerung dazu beitragen kann, gegenwärtige Herausforderungen zu verstehen und ihnen zu begegnen. Nach einem Impulsvortrag von Terry Mandel stand vor allem der Austausch in Kleingruppen auf dem Programm. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit der Melanchthon-Akademie, Germania Judaica sowie dem Lern- und Gedenkort JAWNE statt.

Einleitend betonte Viktoria Harbecke, Direktorin des AmerikaHaus NRW, dass auch 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sowohl physische als auch emotionale Spuren dieser Zeit fortbestünden. Die Veranstaltung solle zum Nachdenken darüber anregen, wie – eingedenk unserer Vergangenheit – demokratische Grundwerte heute geschützt und autoritären Versuchungen entgegengewirkt werden könne.

In ihrem Vortrag adressierte Terry Mandel zunächst aktuelle Bedrohungen für die Demokratie in den Vereinigten Staaten, darunter Angriffe auf die Meinungsfreiheit, Einschränkungen von Diversität und gesellschaftlicher Teilhabe sowie zunehmenden Antisemitismus. Angesichts der globalen Rolle der USA hätten diese Entwicklungen Konsequenzen weit über die Landesgrenzen hinaus: “Everyone in the world is part of the ripple effects right now,” sagte sie. Dann schilderte sie die Entstehung des Unerasure Projekts, die eng mit ihrer eigenen Familiengeschichte verwoben ist: Ihre deutsch-jüdische Familie lebte in Köln und musste 1938 vor den Nationalsozialisten fliehen, zunächst nach Großbritannien und später in die USA, wo Mandel geboren wurde. Im Jahr 2021 erhielt sie eine E-Mail von einer Kölner Schülerin, die die Geschichte ihrer Mutter im Unterricht recherchierte – ein Wendepunkt in Mandels Leben. Es begann eine gemeinsame, intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte von Mandels Familie. In der Folge konnte sie vergessene Elemente rekonstruieren, Verbindungen zu entfernten Verwandten wiederherstellen und zugleich das Schicksal von Angehörigen aufarbeiten, die im Nationalsozialismus ermordet wurden. Sie betonte, dass dieser Prozess des „Wieder-Sichtbarmachens“ (engl. „Unerasure“) zwar schmerzhaft, aber auch befreiend sein könne.

Im anschließenden interaktiven Teil arbeiteten die Teilnehmenden in Kleingruppen, in denen sie anhand von Leitfragen persönliche Erfahrungen teilten und reflektierten, wie ihre Familiengeschichten ihr heutiges Leben beeinflussen. Durch Offenheit und aufmerksames Zuhören entstand ein tiefschürfender Austausch. So förderte die Diskussion Neugier und Empathie – und verdeutlichte, wie stark die Vergangenheit unser heutiges Denken und Handeln prägt. Im Nachgang zeigten sich die Teilnehmenden von der Wirkung des Formats beeindruckt: “I was surprised how four people who just met each other were able to connect in this way.” Und eine weitere Teilnehmerin meinte, “The openness was astonishing. I think for the first time, I had a safe space to speak.” Zum Abschluss betonte Mandel die Bedeutung von Resilienz und gemeinschaftlichem Engagement in herausfordernden Zeiten.

Diese Veranstaltung wurde durch die Landesregierung Nordrhein-Westfalen unterstützt.

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