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Quo vadis - Wohin steuern die USA?

Die Zukunft Amerikas steht auf dem Prüfstand. Quo Vadis Amerika? Wohin steuern die USA? Dieser Frage gingen fünf Experten beim "Sparkassenforum" am 11. April, 2018 auf den Grund.

Wuppertal,13.04.2018 - Quo Vadis Amerika? Wohin steuern die USA? Um das zu diskutieren, trafen sich fünf Experten beim Sparkassenforum, organisiert vom Verein Amerika aus NRW und der Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft Bergisch Land. Bei dieser Thematik war es wenig überraschend, dass Präsident Trump große Teile des Gesprächs beherrschte.

An der einhelligen Meinung aller Medien, dass Trump irrational und unberechenbar ist, wurde auch hier nicht gerüttelt. Mit Einschätzungen wie „er ist ein orangefarbener Monolith“ oder auch „er macht alles falsch was man falsch machen kann“ wurde die vernichtenden Urteile über US-Präsidenten bekräftigt.

Der Vorschlag von Gesprächsleiter Hans-Jürgen Speitel, Trump mit einem einzigen Adjektiv zu beschreiben und eine kurze Bilanz nach seiner bisherigen Amtszeit zu ziehen, wurde hingegen nicht besonders einheitlich und unter „Missachtung der Spielregeln“ beantwortet: „Selbstdarstellungskünstler“, „Realitätsverweigerer“ und „chaotisch“ wurde er genannt, aber während die meisten Diskutanten eine Verschlechterung der Deutsch-Amerikanischen Beziehung nicht zuletzt wegen Trumps America First Politik und der Möglichkeit von stark erhöhten Strafzöllen befürchten, rechnet Dr. Andrew Denison, gebürtiger Amerikaner, eher mit dem Gegenteil.

Donald Trump würde sein Volk im Widerstand gegen seinen Irrationalismus einen und eher an die EU heranrücken lassen und außerdem sei er alleine keinesfalls die Stimme Amerikas, wie alle Anwesenden bereitwillig anerkannten. Weiterhin, so Denis McShane, sei bemerkenswert, wie groß die Kontinuität unter Trumps Regierung sei, die nicht seinem oft aggressiven Tonfall entspricht. Prof. Jörg Hafkemeyer sah trotzdem einen potentielle diplomatische Gefahr, aber weniger in seiner Egomanie und seinen offiziellen Zielen, sondern eher noch in seinem Mangel an Selbstzweifeln und seiner fehlenden Bereitschaft Kompromisse einzugehen.

Die Stimmung wurde hitziger, als es thematisch um die Rolle und auch Bedeutung einzelner Länder im Gefüge des Welthandels ging. Besonders zwischen Dr. Denison und Prof. Peter Bofinger knisterte die Luft, als es um wirtschaftliche Abhängigkeit und Größe der unterschiedlichen Absatzmärkte ging. Elmar Brok brachte zum Ausdruck, dass die EU weltgrößte Handelsmacht sei und Sanktionen gegen ein Mitgliedsland ein Kräftemessen mit der gesamten Union bedeuten würde.

Ab diesem Zeitpunkt glich das Gespräch eher einem Tauziehen, bis die Erwähnung Chinas als aufstrebende Handelsmacht wieder Konzentration einkehren ließ. Präsident Xi´s Machtgewinn, Chinas fortschreitende Digitalisierung und offen demonstriertes Selbstbewusstsein und Ambitionen sorgen schon lange für besorgtes Stirnrunzeln.

Besonders Brok ist durch den Ausbau der ehemaligen Seidenstraße und die damit verbundenen sowie voneinander untrennbaren politischen und wirtschaftlichen Ziele sehr beunruhigt. Einzig Dr. Denison nimmt all das sehr gelassen und sagt einen baldigen Zusammenbruch der chinesischen Bemühungen voraus. Und was ist mit Allianzen? In diesem Punkt herrschte wieder Einstimmigkeit und absolut jeder der Anwesenden würde lieber ein Erstarken der Deutsch-Amerikanischen Beziehungen als umfassende Verträge mit China erleben.

Am Ende des Abends blieben viele Fragen offen. Wie werden wir anderen Ländern in Zukunft diplomatisch begegnen? Was wird mit Amerika? Was mit China? Wird sich Trump wiederwählen und die Welt noch länger Politik-Bingo spielen lassen? Als einheitliche Voraussage gilt, dass man nicht weiter von Amerika wegrücken werde, aber was genau passieren wird, bleibt wie immer abzuwarten.

Text: Robin Görge

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