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Living Library: Migration Experiences

Am 25. November 2025 luden das AmerikaHaus NRW, das Büro für Europa und Internationales der Stadt Köln sowie das Kölnische Stadtmuseum zur ersten Ausgabe einer gemeinsamen „Living Library“ in die Räumlichkeiten des Kölnischen Stadtmuseums ein.

Die Living Library ist ein interaktives Veranstaltungsformat, das darauf abzielt, Vorurteile und Diskriminierung durch persönliche Begegnung abzubauen. Sie funktioniert ähnlich wie eine normale Bibliothek: Menschen können nach verfügbaren Titeln stöbern, das Buch auswählen, das sie „lesen“ möchten, und es für eine begrenzte Zeit ausleihen. Nach dem Lesen geben sie das Buch zurück und können ein weiteres ausleihen. Der Unterschied besteht darin, dass in der Living Library die „Bücher“ Menschen sind und das Lesen aus einem Gespräch besteht.

Das Thema des Abends waren Migrationserfahrungen. Fünf Personen mit ganz unterschiedlichen Migrations- und Fluchtgeschichten standen dem Publikum als menschliche Bücher zur Verfügung: ein aus der Türkei stammender Gastarbeiter, der in den 1960er Jahren nach Deutschland gekommen war; eine amerikanisch-deutsche Nachfahrin von aus Deutschland vor dem Nationalsozialismus geflohenen Juden; eine Immigrantin aus den USA; eine queere Person aus Syrien; und eine Mutter und ihre kleine Tochter, die vor Kurzem aus der Ukraine nach Deutschland geflohen waren. In drei Runden konnten die Teilnehmenden jeweils ein Buch ausleihen, den sehr persönlichen Geschichten lauschen und dazu Fragen stellen. Ein wiederkehrendes Motiv der Gespräche war die Unsicherheit in den Herkunftsländern der Bücher – seien es die USA nach dem 11. September 2001, die vom russischen Angriffskrieg gezeichnete Ukraine oder die systematische Verfolgung queerer Menschen in Syrien.

Gerade beim Thema Migration, das in öffentlichen Diskussionen häufig abstrakt, politisiert oder problemorientiert behandelt wird, erwies es sich als ausgesprochen wertvoll, Migrant:innen selbst zu Wort kommen zu lassen. Die Living Library machte ihre verschiedenen Lebensrealitäten ebenso greifbar wie die Chancen und Herausforderungen von Migration. Sie ermöglichte einen direkten Austausch zwischen Menschen, die sonst vermutlich nie miteinander ins Gespräch gekommen wären, und förderte so den Abbau von Vorurteilen. In einer abschließenden Feedbackrunde mit allen Teilnehmenden war der Zuspruch groß. Die Gäste fanden das persönliche, Verständnis und Vertrauen fördernde Austauschformat sehr gewinnbringend und inspirierend, und auch die Bücher zeigten sich bewegt vom Interesse an ihren Geschichten.

Wir bedanken uns beim Kölnischen Stadtmuseum für die Gastfreundschaft sowie bei der Stadt Köln für die Kooperation. Die Veranstaltung wurde von der Landesregierung Nordrhein-Westfalen gefördert.

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