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165 Jahre Steinway – eine deutsch-amerikanische Erfolgsgeschichte

Eines Tages sitzt Birgit Gremmelspacher im Büro der Kölner Steinway-Niederlassung, die sie seit Kurzem leitet. Plötzlich dringen fantastische Klänge in ihre Ohren. Sie stürmt in die Verkaufshalle und fragt, wer dort spiele. Es ist Albert Lau: Nachwuchspianist aus Hong Kong, Studium an der Jacobs School der Indiana University, derzeit in Deutschland – und auf Klaviersuche. Kurze Zeit später erhält Albert Lau die Auszeichnung „Young Steinway Artist“.

Um solche und ähnliche Geschichten geht es am gemeinsamen Abend von Steinway und Amerika Haus e. V. NRW des 11. Oktober 2018 im Düsseldorfer Steinway-Haus, deren Leiter Dr. Walther Steindlegger sich fantastisch mit der Kölner Kollegin versteht – man kennt und schätzt sich schon lange und schmunzelt jeweils über die rheinische Rivalität. Im festlichen Ambiente wechseln sich Geschichtsvortrag (Birgit Gremmelspacher) und Klavierspiel (Albert Lau) ab; und zwischendurch enthüllt Dr. Steindlegger einen Eins-zu-Eins-Nachbau des legendären „Küchen-Flügels“, den der spätere Steinway-Gründer Heinrich Steinweg (sic) in der Küche seiner deutschen Heimat im Jahre 1836 eigenhändig baute, bevor er 1853 mit Frau und 10 Kindern in die USA auswandert. Die klanglichen Unterschiede zum aktuellen Spitzenmodell sind faszinierend – damals noch cembaloartig, heute deutlich voller. Und Steinways Gründergeist, den man heute wohl als „entrepreneurship“ bezeichnen würde, wird zur deutsch-amerikanischen Erfolgsgeschichte auf beiden Seiten des Atlantiks.

Der Abend endet mit einer zweiten Überraschung: Nachdem Albert Lau nach wundervollen Klängen von Chopin, Liszt und Schumann ein Eigen-Arrangement von „Rote Rosen“ zum Besten gibt, tritt Dr. Steindlegger mitten im letzten Stück mit einem Glas Rotwein ans Klavier und will mit dem Pianisten anstoßen. Dieser wirkt zunächst irritiert, willigt dann aber ein, erhebt sich – aber der Klang verstummt nicht: Erst jetzt bemerken die begeisternd applaudierenden Zuschauer nämlich, dass es sich beim Konzertflügel des Abends um das neue Steinway-Modell „Spirio“ handelt, das per Tablet-App mehr als 3.000 Klavierstücke von musikalischen Größen nachspielt – im wahrsten Sinne, denn die Musik kommt nicht vom Band, sondern erklingt live und bildet das vorab eingespielte Stück des jeweiligen Künstlers ‚hochaufgelöst‘ ab. Was für ein schöner Abschluss eines musikalisch-informativen Abends!

Copyright Fotos:Peter&Pablo // Fotografie & Bewegtbild

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