Declining Trust in Institutions and How To Rebuild It
Am 21. Oktober 2025 veranstaltete das AmerikaHaus NRW zusammen mit dem Aspen Institute Germany und Edelman eine virtuelle Gesprächsrunde zur Erosion des Vertrauens in Institutionen und möglichen Ansätzen, um diesem Vertrauensverlust entgegenzuwirken. Es diskutierten Bärbel Hestert-Vecoli, Managing Director Corporate Reputation bei Edelman Deutschland; Frederick J. Riley, Executive Director von Weave: The Social Fabric Project beim Aspen Institute; sowie Prof. Dr. Jared Sonnicksen, Professor für Politische Systeme an der RWTH Aachen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Viktoria Harbecke, Direktorin des AmerikaHaus NRW.
Zu Beginn präsentierte Hestert-Vecoli zentrale Ergebnisse des Edelman Trust Barometer 2025, das zum 25. Mal das Vertrauen in Regierung, Wirtschaft, Medien und NGOs in 28 Ländern untersucht hat. Sowohl für Deutschland als auch die USA zeige die Studie ein seit Jahren wachsendes Misstrauen gegenüber Institutionen im Allgemeinen und Regierungseinrichtungen im Speziellen. Besonders bemerkenswert sei, dass eine deutliche Mehrheit der US-amerikanischen Bevölkerung davon ausgehe, von politischen Entscheidungsträgern bewusst in die Irre geführt zu werden. Während allerdings in den USA zumindest Unternehmen noch ein gewisses Vertrauen genössen, seien in Deutschland alle vier genannten Sektoren im roten Bereich, d.h. eine Mehrheit habe kein Vertrauen mehr in die zughörigen Institutionen. Erschreckend sei zudem, so Hestert-Vecoli, dass eine wachsende Zahl junger Menschen feindseligen Aktivismus, also u.a. Drohungen und Online-Gewalt, für ein effektives Mittel halte, um Veränderungen herbeizuführen.
Im weiteren Verlauf erörterte das Panel die strukturellen Ursachen dieses Vertrauensverlustes. Riley und Sonnicksen identifizierten insbesondere soziale Ungleichheit, den Rückgang gemeinschaftlicher Erfahrungsräume sowie veränderte Mediennutzungsgewohnheiten als zentrale Treiber. Sonnicksen verwies zudem auf ein „Transparenzparadox“: Obwohl Institutionen heute offener agierten als je zuvor, fühlten sich viele Menschen schlechter informiert – auch infolge der sinkenden Orientierungskraft traditioneller Medien. Zugleich hob er die widersprüchlichen Erwartungen vieler Bürger:innen hervor, die einerseits geringere staatliche Ausgaben, andererseits jedoch umfassendere Leistungen einforderten.
Abschließend standen mögliche Lösungsansätze im Mittelpunkt der Diskussion. Hestert-Vecoli arbeitete heraus, dass Vertreter von Institutionen mehr zuhören und Mitgefühl zeigen müssten und Vertrauen vor allem durch Empathie statt allein durch formale Autorität gewinnen könnten. Riley betonte die Notwendigkeit, gesellschaftlichen Zusammenhalt gezielt auf lokaler Ebene zu stärken. Sonnicksen sprach sich für strukturelle Reformen aus, insbesondere für Verhältniswahlsysteme, die Polarisierung abschwächen könnten, und verwies dabei auf internationale Beispiele konsensorientierter Demokratien. Insgesamt wurde deutlich, dass die Erosion des Vertrauens tiefgreifende Ursachen hat und langfristige sowie vielschichtige Antworten erfordert.
Wir danken den Referent:innen und Partnerorganisationen herzlich für ihre wertvollen Beiträge zu diesem transatlantischen Austausch sowie der Landesregierung Nordrhein-Westfalen für die Unterstützung der Veranstaltung.
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