Das Land der Freiheit? 250 Jahre USA zwischen Ideal und Realität
Am 28. September 2026 lud das AmerikaHaus NRW gemeinsam mit der Kölner VHS und dem Büro für Europa und Internationales der Stadt Köln in das VHS-Forum ein. Unter dem Titel „Das Land der Freiheit? 250 Jahre USA zwischen Ideal und Realität“ ging es um die Frage, wie sich die Versprechen der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung im Laufe der Geschichte entwickelt haben.
Nach der Begrüßung durch Viktoria Harbecke, Direktorin des AmerikaHaus NRW, stellte Prof. Dr. Bernd Greiner in seiner Keynote die Gründungsversprechen von Gleichheit und Freiheit auf den Prüfstand. Er zeigte auf, dass die Unabhängigkeitserklärung zwar eine ideengeschichtliche Revolution dargestel l t habe, dass die politische Umsetzung der darin formulierten Prinzipien aber stets hochumkämpft gewesen sei. Sein Rückblick reichte vom Gilded Age über den New Deal, die McCarthy-Zeit und die Bürgerrechtsbewegung der 1960er-Jahre bis in die Gegenwart. Er arbeitete die Bedingungen heraus, die zum Teil bis heute eine Gleichberechtigung aller Amerikanerinnen und Amerikaner verhinderten. Demokratie basiere auf politischer Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger verbunden mit sozialer Gerechtigkeit und gegen letztere gebe es noch immer eine tief verwurzelte Ablehnung.
Anschließend moderierte die Journalistin Marion Sendker eine Diskussion zwischen Prof. Dr. Greiner und Prof. Dr. Dr. h.c. Elisabeth Bronfen, die aus New York City zugeschaltet war. Sie thematisierten den Glauben an das „Projekt Amerika“ und die Idee des Exzeptionalismus ebenso wie den sich wandelnden Blick auf die Vereinigten Staaten. Das Schwanken zwischen Faszination und einem Herabschauen auf das Land sei kein neues Phänomen, merkte Prof. Bronfen an. In der Fragerunde griff das Publikum unter anderem die Spaltung der Medienlandschaft, den Einfluss des Silicon Valley und die internationale Rolle der USA auf. Prof. Greiner resümierte, dass es eine historische Basis für eine Fortführung des "Trumpismus" auch nach dem Abtritt des derzeitigen Präsidenten gebe - dass sich aber auch eine neue Widerständigkeit entwickeln könne, so wie es durch die Bürgerrechtsbewegung geschah.
Wir bedanken uns herzlich bei Bernd Greiner und Elisabeth Bronfen für ihre Einblicke, bei Marion Sendker für die Moderation sowie bei der Kölner VHS und dem Büro für Europa und Internationales der Stadt Köln für die Zusammenarbeit.
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