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Call Jane – Über das Recht auf Abtreibung: Diskussion und Filmscreening zum Weltfrauentag 2023

In Kooperation mit der Deutsch-Amerikanischen Juristen-Vereinigung, der Deutsch-Kanadischen Gesellschaft und dem Landesbüro NRW der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit markierte der AmerikaHaus NRW e.V. den Weltfrauentag mit einer spannenden Paneldiskussion und anschließendem Filmscreening von Call Jane im Filmpalast in Köln. Zu Gast waren die amerikanische Juristin und Dozentin Dana E. Heitz und Bettina Houben, Allgemeinmedizinerin, Gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Ratsfraktion in Köln und Vorsitzende der Liberalen Frauen NRW. Die Moderation übernahm, wie bereits Tradition am Weltfrauentag, die Journalistin Alexandra Eul.

Den Einstieg in das Gespräch machte Dana Heitz. Sie berichtete von ihrer Zeit als Studentin in den USA, als sie sich als freiwillige Helferin engagierte, die Frauen zu Abtreibungskliniken begleitete. Denn in den USA sei es nicht unüblich, so Heitz, dass Abtreibungsgegner vor den Kliniken stünden, protestierten und Frauen, die solche Klinken aufsuchten, beschimpften. Ein Phänomen, das sich mittlerweile auch in Deutschland beobachten lasse, so Eul. Dann wurde vergleichend über die juristischen Grundlagen von Abtreibung in den USA und Deutschland diskutiert, speziell der Fall von Roe v. Wade in den USA sowie die umstrittene Verankerung des §218 im Strafgesetzbuch in Deutschland.

Der Facettenreichtum des Themas zeigte sich auch in der anschließenden Publikumsdiskussion, die von großem Gesprächsbedarf zeugte, vielfältige Perspektiven zutage brachte und die Aktualität der Debatte um das Recht auf Abtreibung in den USA und Deutschland unterstrich.

Anschließend wurde der Film Call Jane von Phyllis Nagy gezeigt, welcher an wahre Begebenheiten anknüpft. Das Jane Collective war eine Untergrundorganisation, die von 1969 bis 1973 – also zu einem Zeitpunkt, als Abtreibungen in den USA weitgehend illegal waren – Frauen Zugang zu sicheren Schwangerschaftsabbrüchen bot. Trotz der ernsten Thematik schaffte es der Film eine positive und kämpferische Stimmung zu erzeugen. Und dass sich die Gruppe nach Roe v. Wade auflöste, zeigte einmal mehr die weitreichende Bedeutung dieses Grundsatzurteils – wie auch seiner Aushebelung durch den Obersten Gerichtshof im vergangenen Jahr.

Wir danken allen Beteiligten und Mitwirkenden herzlich für die Veranstaltung und freuen uns auf ein Wiedersehen beim nächsten Filmscreening.

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