Annett Meiritz: „Die Allianz der Neuen Rechten – Wie die Trump-Bewegung Europa erobert“
Anlässlich der Erscheinung ihres neuen Buches fand am 19. März 2026 in Kooperation mit der Volkshochschule Hamm eine Lesung und Diskussion mit der Journalistin Annett Meiritz, Korrespondentin für Außen- und Sicherheitspolitik beim Handelsblatt, statt. Auf einen Impulsvortrag mit Lesung aus Die Allianz der Neuen Rechten – Wie die Trump-Bewegung Europa erobert folgte eine moderierte Diskussion sowie eine Fragerunde mit dem Publikum. Die Veranstaltung wurde von Stefan von Zons, freiberuflicher politischer Bildner, sowie Viktoria Harbecke, Direktorin des AmerikaHaus NRW, moderiert.
Zu Beginn schilderte Meiritz anhand anekdotischer Beispiele ihre Eindrücke aus der aktuellen US-Politik. Als prägend hob sie die Republican National Convention 2024 hervor, bei der deutlich geworden sei, dass gemäßigte Kräfte innerhalb der Republikanischen Partei kaum noch Einfluss besäßen und der politische Aufstieg Donald Trumps nicht mehr aufzuhalten sei. Diese Entwicklung sei Ausdruck einer langfristigen Verschiebung, die sich zunehmend auch in Europa und Deutschland bemerkbar mache. Der Begriff der „Neuen Rechten“ stamme dabei aus der Bewegung selbst. Ihr Aufstieg sei keineswegs plötzlich erfolgt, sondern durch über Jahrzehnte gewachsene gesellschaftliche Unzufriedenheit begünstigt worden. Viele Anhänger der MAGA-Bewegung hätten das Gefühl, dass sie durch die Globalisierung ins Hintertreffen geraten seien und das amerikanische Aufstiegsversprechen für sie unerreichbar sei. Zusätzlich hätten Themen wie illegale und unkontrollierte Migration zusätzlich zur Polarisierung beigetragen, zumal politische Versäumnisse der vorherigen Administration deren Instrumentalisierung erleichtert hätten.
Im weiteren Verlauf ging Meiritz auf die wachsende transatlantische Vernetzung rechter Akteure ein. Direkt nach der Wiederwahl Trumps seien europäische rechtspopulistische Politikerinnen und Politiker nach Washington eingeladen worden, während sich zugleich protokollarische Praktiken veränderten: Zunehmend erhielten auch rechte Influencer Zugang zu hochrangigen politischen Veranstaltungen. Verbunden fühlten sich Rechtspopulisten beiderseits des Atlantiks in ihrem Kampf gegen das „Establishment“, ihrer Abneigung gegenüber der Europäischen Union und ihrer Absicht, die jeweilige nationale Identität zu verteidigen. In diesen Anliegen unterstützten sie sich – trotz unterschiedlicher Ansichten in anderen Bereichen – explizit gegenseitig.
Abschließend beleuchtete Meiritz die Rolle der Medien sowie mögliche Bruchlinien innerhalb der internationalen Allianz der Neuen Rechten. Journalistische Arbeit werde zunehmend erschwert, etwa durch eingeschränkten Zugang zu Informationen, veränderte Bedingungen im Presseraum des Weißen Hauses und wachsende Zurückhaltung potenzieller Gesprächspartner. Zugleich gebe es erste Anzeichen für Spannungen innerhalb des Bündnisses, etwa aufgrund unterschiedlicher geopolitischer Interessen und der US-Intervention im Iran. Vom Publikum zu den weiteren Aussichten befragt, wies Meiritz darauf hin, dass die Unterstützung für Trump in der US-amerikanischen Bevölkerung derzeit abnehme, innerhalb der Republikanischen Partei jedoch weitgehend stabil sei. Gleichzeitig stünden die Demokraten vor finanziellen und strategischen Herausforderungen, und mögliche Führungspersönlichkeiten würden zwar medial gehandelt, ihre Erfolgsaussichten blieben jedoch ungewiss. Eine Prognose zum Ausgang der Zwischenwahlen im Herbst oder gar der Präsidentschaftswahlen 2028 lasse sich daher noch nicht wagen.
Wir bedanken uns herzlich bei Annett Meiritz für die fundierten Einblicke und die differenzierte Analyse sowie bei der Volkshochschule Hamm für die gelungene Kooperation. Ebenso gilt unser Dank dem Publikum für die engagierte Beteiligung und die anregenden Fragen. Diese Veranstaltung wurde durch die Landesregierung Nordrhein-Westfalen unterstützt.
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